Veranstaltungen
Der Verein für Kirchengeschichte veranstaltet einmal jährlich eine wissenschaftliche Tagung an stets wechselnden Standorten, um den verschiedenen kirchengeschichtlichen Landschaften nahe zu kommen. Zwischen den Jahrestagungen wird in unregelmäßiger Folge zu Vorträgen, Ausstellungsbesuchen, Exkursionen und Buchvorstellungen eingeladen.
Alle Informationen zu den Veranstaltungen erhalten Sie in der Geschäftsstelle des Vereins (siehe Kontakt).
Zu den Jahrestagungen gibt der Verein eine Schriftenreihe heraus, deren erster Band 2006 erschien.
Veranstaltungen 2026
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder,
Ganz herzlich grüße ich Sie in diesen heißen Sommertagen und wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie diese an kühlen Schattenplätzen gut bestehen.
Nachdem wir im Mai eine interessante Exkursion nach Salzwedel unternahmen, darf ich Ihnen unsere Termine für diesen Herbst ankündigen, unsere jährliche Mitgliederversammlung und den Vortrag sowie unsere Jahrestagung, zu denen Sie sehr herzlich eingeladen sind:
Freitag, 23. Oktober 2026 um 16 Uhr
Mitgliederversammlung und Vortrag
in der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle (Saale)
Um 17.30 Uhr referiert Frau Prof. Dr. Franziska Seils anlässlich des 100. Jubiläums der Hochschulausbildung in Kirchenmusik, das in diesem Jahr festlich begangen wird.
06. bis 08. November 2026
Stunde Null? – Kirche in der Nachkriegsgesellschaft
im Zinzendorfhaus Neudietendorf
in Kooperation mit der Gesellschaft für Thüringische Kirchengeschichte
Nach ihrem Sieg im zweiten Weltkrieg beschränkten die alliierten Besatzungsmächte die wirtschaftliche Tätigkeit und das gesellschaftliche Leben in Deutschland und wickelten den NS-Staat ab. Nur die christlichen Kirchen blieben als Großorganisationen bestehen. Denn in den Augen der Siegermächte galten sie zunächst als Opfer des NS-Regimes. So wuchs ihnen 1945 die Rolle der Interessenvertretung der Bevölkerung zu. Wie füllten die Kirchen diese Rolle politisch, wirtschaftlich und humanitär aus? Wie gingen sie mit ihrer eigenen NS-Verstrickung um? Welche Konsequenzen zogen die Thüringische Landeskirche und die Kirchenprovinz Sachsen personell und strukturell? Und wie gestaltete sich ab 1946 mit dem Übergang der Militär- in eine Zivilverwaltung das allmähliche Heraustreten aus ihrer Stellvertreterrolle? Am Lehrbeispiel der „Stunde Null“ kann beobachtet werden, wie gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Funktionen in einer tiefen Krise von religiösen Akteuren übernommen und erfüllt wurden. Zu fragen ist: Was bedeutete das für den Charakter der deutschen Nachkriegsgesellschaft? Welches Selbstbild entwickelten die mitteldeutschen Kirchen in diesem Zuge?
Einladung zu beiden Veranstaltungen werden versendet.
Mit freundlichen Grüßen,
auch im Namen des Vorstands
Dr. Sabine Kramer
Stand: Juli 2026